Lehren aus dem Ahrtal: Einheitliche Infrastruktur und weniger Bürokratie

MdL Falk Heinrichs im Gespräch mit THW Ortsverband Siegen

 Siegen. Der Landtagsabgeordnete Falk Heinrichs hat jetzt den Ortsverband des Technischen Hilfswerks (THW) in Siegen besucht und sich mit Mitarbeitern ausgetauscht. Dabei sind auch Schwierigkeiten angesprochen worden, die der Abgeordnete in Düsseldorf angehen will. Beispielsweise geht es um E-Fahrzeuge, die für das THW aufgrund der fehlenden Infrastruktur noch nicht als Dienstfahrzeuge in Frage kommen. Lediglich für Verwaltungsaufgaben sei ein elektrisch betriebenes Fahrzeug denkbar, so Reiner Senner, Ortsbeauftragter aus Siegen. “In Katastrophenlagen müssen Verbrennungsmotoren eingesetzt werden. In kritischen Situationen gibt es vor Ort unter Umständen überhaupt keinen Strom mehr”, erklärt Senner.

Gleiches gilt für den Bereich Funk. Bedingt durch teilweise flächendeckende mehrtätige Stromausfälle seien anfangs vielerorts nur analoge Funkgeräte noch funktionsfähig gewesen, weil digitaler Funk zwangsläufig auf ein funktionierendes Stromnetz angewiesen ist. Man habe diese Lehren aus der Flutkatastrophe im Ahrtal im vergangenen Sommer ziehen können, so Senner.

Qualität und Funktionalität der Ausstattung sind entscheidend

Allein die THW Einsatzorganisation aus Siegen war während der Katastrophe insgesamt 23.000 Stunden im Ahrtal und anderen Gebieten im Einsatz. “Dafür möchte ich den Helferinnen und Helfern meinen Dank aussprechen. Dieser Einsatz ist alles andere als selbstverständlich”, sagt Landtagsabgeordneter Falk Heinrichs. Wichtig sei deshalb auch die Arbeit des Untersuchungsausschusses jetzt im Nachgang: “Aus Fehlern und Schwierigkeiten, die in einer solchen Krisensituation aufkommen, muss man lernen und Schlüsse ziehen”, so Heinrichs.

Beispielsweise seien Koordination und eine einheitliche Kommunikationssoftware Voraussetzungen, um eine gute Führung bei Einsätzen zu gewährleisten. Auch die sonstige Ausstattung und der Fuhrpark sind wichtig für die Funktionsweise und Außenwirkung der Einsatzorganisation, erklärt Senner: “Die Motivation der Helferinnen und Helfer geht mit Qualität und Funktionalität der Ausstattung, beispielsweise der Fahrzeuge, einher.” Genauso wichtig sei es, Bürokratie abzubauen und bestimmte Abläufe schneller abwickeln zu können, erklären die Mitarbeiter des Ortsverbands.

“Das Gespräch mit dem THW Ortsverband Siegen war sehr aufschlussreich und wichtig”, so Heinrichs abschließend. “Eine Meinung kann man sich immer erst nach dem Austausch vor Ort bilden und ich kann einige der Themen jetzt auf Landesebene angehen.”