Falk Heinrichs zusammen mit einigen Vorstandsmitgliedern des Bad Laasphers Freundeskreis für christlich-jüdische Zusammenarbeit und dem Architekten Christian Welter (links neben Falk Heinrichs). Bild: Julian Maletz

Geschichte wieder erlebbar machen – Besuch der Alten Synagoge Bad Laasphe

Erinnern ist in unserer Gesellschaft ein wichtiger Aspekt, damit Vergangenes nicht in Vergessenheit gerät. Auch vor diesem Hintergrund hat der Landtagsabgeordnete Falk Heinrichs den Bad Laaspher Freundeskreis für christlich-jüdische Zusammenarbeit und die Alte Synagoge in der Bad Laaspher Innenstadt besucht. Das dort angestoßene Projekt, dass die ehemalige jüdische Gebetsstätte einen neuen Anstrich bekommen soll, wollte ich mir mal genauer vorstellen lassen.

Zusammen mit dem Architekten des Projekts, Christian Welter, zeigten die anwesenden Vorstandsmitglieder um den Vorsitzenden Rainer Becker, was aus der Alten Synagoge mal entstehen soll. Ein Ort der Erinnerung, aber auch der Begegnung. „Wir wollen hier einen Ort des gemeinsamen Lernens entstehen lassen“, sagt Rainer Becker.

Wichtige Aufklärungsarbeit

In der Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurde die Synagoge, die das Innenstadtbild in Bad Laasphe jahrelange prägte, geschändet. Danach ging das Gebäude in den Besitz eines Schlossers, ehe der Verein dieses vor einigen Jahren erwarb. Die Geschichte des Hauses lässt sich im Inneren noch erleben, auch wenn nicht mehr vieles daran erinnert, dass es mal eine jüdische Gottesstätte war. „Es ist toll, welches Engagement der Verein in dieses Projekt setzt. Die Aufklärungsarbeit, die damit auch geleistet werden soll, ist unfassbar wichtig, auch für kommende Generationen“, so Falk Heinrichs.

Der Entwurf von Herrn Welter sieht vor, dass die Geschichte des Hauses wieder erlebbar wird. „Es ist für die Geschichte des Hauses unabdingbar, auch zu zeigen, was hier nach der Reichspogromnacht gemacht wurde. Deswegen wird hier auch einiges noch an die Schlosserei erinnern“, sagt Christian Welter. Eine wichtige Rolle spielen dabei auch die Rundbogenfenster, die nur noch schemenhaft von Innen zu erkennen sind. Sie sollen nach der Renovierung wieder sichtbar werden und mit hebräischen Schriftzeichen versehen werden. Genauso soll der ehemalige Gebetsraum wieder der Ort des Zusammenkommens und der Mittelpunkt des Umbaus werden. In den oberen Etagen sollen museumsartige Räume entstehen, die an die jüdische Geschichte im Wittgensteiner Land und vor allem in Bad Laasphe erinnern.

Fördermittel zum Teil bewilligt

Hintergrund Heinrichs Besuches war aber auch die finanzielle Situation. Der Verein hat für den Umbau einen Antrag auf Fördermittel aus dem Heimatzeugnis-Topf gestellt. Nun hat der Verein erfahren, dass das Projekt grundsätzlich förderfähig ist, die Summe jedoch gedeckelt ist und nicht die veranschlagten 90 Prozent der Gesamtkosten übernommen werden können. „Solche Projekte sind für die gesamte Region und darüber hinaus wichtig. Es ist schön, dass eine gewisse Förderzugsage schon mal gegeben ist. Ich werde weiter dabei unterstützen, andere Geldgeber zu finden“, versichert der Burbacher Sozialdemokrat. Mit knapp 1.5 Millionen Euro ist der gesamte Umbau veranschlagt. Etwas mehr als die Hälfte würde das Land über den Fördertopf „Heimatzeugnis“ zuschießen können. Die verbleibenden knapp 700.000 Euro müssen über weitere Quellen gefunden werden. „Ein solches Projekt gilt es von allen Seiten – auch überparteilich – zu unterstützen. Wir werden hier zusammen mit Akteur